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Sturzprävention mit Yoga

Unsere Kollegin, Gisela Stauber, Komplementärtherapeutin in der Schweiz beleuchtet in ihrem Beitrag ein wichtiges Handlungsfeld für die Yogatherapie – die Sturzprävention: Wie die Forschung zeigt, kann ein regelmäßiges Kraft- und Gleichgewichtstraining das Sturzrisiko von über 65-Jährigen um ein Viertel senken. Trainierte Senior:innen können sich im Falle von Rutschen oder Stolpern besser auffangen und verletzen sich deutlich weniger.

Mit zunehmendem Alter nehmen, insbesondere bei Hochbetagten, Muskelkraft und Gleichgewichtsfähigkeit ab. Als Folge davon häufen sich Stürze. Jede dritte Person über 65 stürzt einmal pro Jahr1. Dabei finden fast die Hälfte der Unfälle zuhause statt. Ein ungenügendes Gleichgewicht bedeutet eine bis zu dreifach erhöhte Sturzwahrscheinlichkeit. Sturzverletzungen sind enorm belastend für Betroffene, aber auch für das Umfeld. Verlust von Autonomie und Lebensqualität kann die Folge sein. Ebenso führt die Angst, wieder zu stürzen, zu sozialem Rückzug.

Sturzunfälle sind auch volkswirtschaftlich von großer Bedeutung: Die Gesundheitskosten von Stürzen bei Senioren belaufen sich in der Schweiz jährlich auf ca. 1,8 Milliarden Franken1 (Erhebung 2017). Diese Tatsachen veranlasste verschiedene Akteure auf Bundes- und kantonaler Ebene, Präventionskampagnen zu starten. Ein Beispiel ist die Kampagne zur Sturzprophylaxe «sicher stehen – sicher gehen»2.

Sturzprävention erfolgt auf verschiedenen Ebenen
Eine Präventionsstudie der Rheumaliga in Zusammenarbeit mit weiteren Verbänden verfolgte eine vielfältige Strategie: So führten Physiotherapeut:innen Tests zu Stürzen und Sturzangst durch und gaben Kraft- und Gleichgewichtsübungen zum täglichen Üben mit. Für mehr Sicherheit im Haushalt und im Alltag wurde dies durch Wohnberatungen ergänzt, um mögliche Stolperfallen zu reduzieren2. Es resultierten ein Viertel weniger Stürze und eine bemerkenswerte Reduktion von schweren Stürzen um fast 50%.

Yogatherapie für besseres Gleichgewicht und innere Balance
Studien zeigen, dass mit Gleichgewichtsübungen nicht nur unsere körperliche Balance und Reaktionsfähigkeit, sondern auch unsere innere Balance und damit unsere psychische Gesundheit gefördert wird. Yogatherapie nach dem Viniyoga-Verständnis geht vielschichtig vor. Um im Alter körperlich und geistig fit zu bleiben, nutzt sie neben Bewegungsabläufen auch Atem-, Achtsamkeits-, Visualisierungsübungen und Meditation. Wichtige Pfeiler dabei sind der Dialog, eine vertrauensvolle Beziehung und die Evaluation des Therapieprozesses.

Yogatherapie als Komplementärtherapie passt sich Ihren Fähigkeiten an
Komplementärtherapie orientiert sich an vorhandenen Ressourcen, Stärken und positiven Erfahrungen. Dank dem Einzel- und Kleingruppensetting können Beschwerden jederzeit mitberücksichtigt werden. Damit eine Yogapraxis ihre volle Wirkung entfalten kann, muss sie an die Möglichkeiten, Fähigkeiten und Wünsche der übenden Person angepasst sein. Mithilfe von maßgeschneiderten Bewegungsabläufen und Übungen kann die Kraft und Beweglichkeit gezielt so gefördert werden, dass der Alltag besser zu meistern ist. Geübt werden sollte möglichst täglich.

Im weiteren Text des Originalartikels stellt die Autorin einige Übungsbeispiele näher vor.
Für Ihre ganz persönliche, maßgeschneiderte Yogapraxis zur Sturzprävention konsultieren Sie gleichwohl immer eine Therapeutin / einen Therapeuten. Kompetente Ansprechpartner:innen in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Therapeut:innen-Suche bzw. in der Schweiz im www.ktyoga.ch.

1 bfu Beratungsstelle für Unfallverhütung.
2 Kampagne «sicher gehen – sicher stehen»

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